Bei den Waldjugendspielen entwickeln Grundschüler spielerisch ein Bewusstsein für die Umwelt. Insgesamt 42 Klassen aus Rheinhessen nahmen teil.

Bei den Waldjugendspielen im Lennebergwald konnten die Kinder der Grundschule Mombach Am Lemmchen unter Beweis stellen, wie gut sie sich mit Flora und Fauna auskennen. Foto: hbz/Jörg Henkel

BUDENHEIM - „Hopp, hopp, hopp!“ Angefeuert von ihrer Lehrerin und dem begleitenden Förster, geben die Saulheimer Drittklässler alles, um möglichst viele Punkte zu bekommen. Bei der Station, an der sie gerade angekommen sind, geht es ums Thema „Nachhaltige Nutzung des Waldes“: Aufgabe ist es, einen Holzstapel mit vereinten Kräften und möglichst schnell umzuschichten. Bei den Waldjugendspielen in Budenheim kommt es nämlich nicht nur auf Wissen, sondern auch auf Geschicklichkeit und Zusammenhalt an.

„Gute Zusammenarbeit hilft“, weiß Jakob aus Appenheim. Der Drittklässler findet es prima, dass jüngeren Kindern wie ihm Umweltbewusstsein näher gebracht wird. Von den „Fridays for Future“-Demos hat er auch schon mal gehört. Der Achtjährige möchte, dass auch Kinder Druck auf die Politiker machen, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Jede Woche Unterricht zu verpassen, um zu demonstrieren kommt für den Schüler, der „auch schon mit Freunden über das Thema gesprochen hat“, aber nicht in Frage. Er ist allerdings bei weitem nicht der Einzige, der an diesem bewölkten Tag im Lenneberger Wald Spaß am Parcours hat. „Machen wir morgen wieder mit?“, wird zum Beispiel die Lehrerin der Budenheimer 3 c gefragt, die mit ihrer Klasse zu Fuß angereist ist. Stolz erzählt sie, dass viele ihrer Schüler auch privat in den Wald gehen, um mit ihren Hunden spazieren zu gehen oder Fahrrad zu fahren. Veranstaltet werden die Waldjugendspiele vom Forstamt Rheinhessen, unterstützt von der Sparkasse Rheinland-Pfalz, die den drei besten Klassen Geldpreise bis zu 100 Euro für die Klassenkasse ausstellt. In diesem Jahr nehmen an den beiden Tagen insgesamt 42 dritte Klassen aus ganz Rheinhessen teil. Das Ziel ist es, den Kindern spielerisch Wissen über Wald und Natur zu vermitteln. Schließlich gibt es Jungen und Mädchen, die an diesem Tag zum ersten Mal Waldluft schnuppern. Bei den Stationen kommt es zu leidenschaftlichen Diskussionen über Themen wie Nachhaltigkeit – da könnte sich so mancher Politiker eine Scheibe abschneiden. Begleitet werden die Klassen von Förstern aus ganz Rheinland-Pfalz, die den Schülern Tipps geben und ihre Leistungen bei den Stationen bewerten. Nach dem Absolvieren des anstrengenden Parcours‘ sind die Kinder ausgepowert, erholen sich aber schnell und beschäftigen sich erst einmal mit zentralen Fragen wie „Aber wir kriegen heute keine Hausaufgaben auf, oder?“, bevor sie sich noch ein wenig im Wald austoben. Besonders kreativ ist dabei eine Gruppe von Mädchen, die sich mithilfe eines mitgebrachten Seils und eines herumliegenden Astes ihre eigene Schaukel gebaut hat. Bevor bei der Siegerehrung die Urkunden verteilt werden, ergreift Revierleiter Stefan Dorschel das Wort. Er klärt die Kinder nochmal auf über die aktuellen Gefahren für die Umwelt wie beispielsweise den Klimawandel oder eine Borkenkäferplage, die bei großer Trockenheit droht.

Am Ende der Veranstaltung fahren die Kinder mit einer Urkunde und einem Holzrahmen fürs Klassenzimmer wieder zurück in ihre Heimatorte. Mit ihrem neuaufgeschnappten Wissen können sie ihren Eltern und Verwandten vom nachhaltigen Umgang mit der Natur erzählen. Dass Kinder durchaus Einfluss auf das Bewusstsein von Erwachsenen nehmen können, hat Greta Thunberg ja bereits eindrucksvoll vorgemacht.

 

GEWINNER

Erster Platz: Klasse 3 a Otto-Hahn-Schule Westhofen/Klasse 3 Grundschule Mauchenheim.

Zweiter Platz: Klasse 3 c Grundschule Am Lemmchen Mainz/Klasse 3 a Grundschule Lerchenberg.

Dritter Platz: Klasse 3 c Carl-Zuckmayer-Schule Nackenheim/Klasse 3 a Grundschule am Mühlbach Saulheim.